Die Pontinischen Inseln

Die Pontinischen Inseln liegen im atemberaubenden Meer des Latiums. Um den von ihnen ausgehenden Zauber richtig genießen zu können, sollte man sowohl in die Tiefen des Mittelmeeres hinabtauchen als auch sich näher mit ihrer prachtvollen, abenteuerlichen und auch wundersamen Geschichte befassen. Die beiden Hauptinseln sind Ponza und Ventotene.

Ponza

Die größte der Inseln, was Ausmaße und Bevölkerung anbelangt, besteht aus dem Örtchen Ponza Porto und dem weiter im Norden liegenden Ortsteil Le Forna.Wir finden hier die für die Mittelmeerinseln so typische Architektur: kleine Häuser mit schrägen manchmal auch gewölbten Dächern, die in zarten Pastelltönen angestrichen sind, um nicht die Farben der Natur zu verletzen. Aber in diese neue Struktur fügen sich auch Zeichen weit zurückliegender Siedlungstätigkeiten ein: eine Nekropolis, die von den Römern angelegten großen Zisternen zur Wasserversorgung sowie die ebenfalls von den Römern angelegten Tunnel. Gegenwart und Vergangenheit, Natur und menschliches Schaffen - sie alle tragen ihren Teil zu einer ganz außergewöhnlichen Umwelt bei. Der bourbonische Hafen, die davor liegende Reede sowie der kleine Hafen von Cala Feola auf der anderen Seite der Insel mit seinen natürlichen Becken bieten sicheren Schutz, die Strände von Chiaia di Luna und Frontone und die kleinen Sandstreifen zwischen den Felsen, die nur mit dem Boot zu erreichen sind, garantieren einen attraktiven Badespaß und die vielen aufeinander folgenden Landzungen, Buchten, Klippen, Überhänge und Einschnitte bieten ein immer wieder anders geartetes Panorama. In Bezug auf den Meeresgrund haben Sie die Qual der Wahl: Suchen Sie sich einen Ihnen genehmen Ort sowie die bevorzugte Tiefe aus. Ponza ist von einer kleinen Gruppe unbewohnter Inseln umgeben: das zum Nationalpark Cicero gehörende Zannone, das Kleinod Palmarola, Gavi – und schließlich Felsen und Klippen, soweit das Auge reicht.

Ventotene

Eine Handvoll Quadratmeter, umgekehrt proportional zur Weite des Meeres und der Außergewöhnlichkeit der „ursprünglichen“ Tiefen des Meeres, das noch so intakt und unversehrt ist, wie es gewesen sein muss, bevor hier der Mensch auftauchte. Und der fand auch das richtige Mittel, um auf der Insel bleiben zu können, indem er sich - auf die mühseligste und zugleich genialste erdenkliche Art - einen Hafen anlegte: Gemeint ist der römische Hafen, der direkt in den Tuffstein gegraben wurde. Millionen und Abermillionen Kubikmeter Steine mussten zur Errichtung dieser Anlage weichen, die noch heute einzigartig ist. Es gibt zwei Strände, Cala Nave und Cala Rossano, und eine Reihe weiterer schöner Plätze zu entdecken - beispielsweise mittels einer ebenso kurzen wie voller Überraschungen steckenden Inselumfahrung, bei der Sie eine Unzahl von großen und kleinen mehr oder weniger aus dem Wasser ragenden Felsriffe zu Gesicht bekommen. An Land haben die Römer einen Fischteich hinterlassen, die Bourbonen das als Rathaus fungierende Schloss und die Kirche Santa Candida und die Faschisten schließlich die Erinnerung an einen Ort für politisch Verbannte. Und gerade in den Jahren der Verbannung entstand auf der Insel das erste Dokument für ein einiges Europa. Geschrieben wurde das als „Manifest von Ventotene für ein freies und vereintes Europa“ bekannte und heimlich in Umlauf gebrachte Werk 1942 von Altiero Spinelli, Ernesto Rossi und Eugenio Colorni. Die kleine Insel Santo Stefano liegt nur wenig mehr als eine Meile entfernt. Ihre Gefängnisanlage wurde zwar 1965 geschlossen, die Struktur hat aber bis heute überlebt und lädt zu einem Entdeckungsspaziergang der etwas anderen Art ein.


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